David – Ein Leben voller Freiheit, Liebe und Würde
3. Mai 2017 - 16. März 2026
Ein behüteter Start ins Leben
Ich
kannte
David
seit
seiner
Geburt.
Seine
Mutter
Miranda
brachte
ihn
im
Mai
2017
auf
einer
Weide
des
Stalls
Happy
in
Rudenwil zur Welt. Nach Najya-Sima war er das zweite Kälbchen, das dort frei geboren wurde.
Monate
zuvor
hatte
mich
die
Halterin
von
Miranda
gefragt,
ob
ich
einen
Lebensplatz
für
die
damals
trächtige
Kuhdame
wüsste.
Der
Betreiber
des
damaligen
Pensionsstalls
in
Bäretswil
ZH,
wo
Miranda
zu
dieser
Zeit
lebte,
hatte
klargestellt,
dass
einem
neugeborenen
Kälbchen
–
sollte
es
Hornansätze
entwickeln
–
diese
aus
angeblichen
Sicherheitsgründen
ausgebrannt
würden.
Glücklicherweise
konnte
ich
damals
für
Miranda
und
ihr
noch
ungeborenes
Kälbchen
einen
Lebensplatz
im
Stall
Happy
vermitteln.
Dort
lebten
bereits
Kühe
und
Ochsen
von
mir
–
neben
einer
grossen
Pferdepension
mit
getrennter
Herdenhaltung
von Pensions- und Weidepferden.
Als
David
im
Mai
2017
das
Licht
der
Welt
erblickte,
war
Roland,
der
Betreiber
des
Stalls
Happy,
im
richtigen
Moment
vor
Ort
und konnte die problemlose Geburt mitverfolgen und filmen.
Ich
kam
wenig
später
dazu
und
war
erleichtert,
Miranda
und
das
neugeborene
Kälbchen,
das
später
den
Namen
David
erhielt,
zufrieden
und
gesund
auf
der
Weide
anzutreffen.
Mittlerweile
hatte
Roland
um
sie
herumgezäunt,
nachdem
alle
Weidetiere
den
neuen
Erdenbewohner
begrüsst
hatten,
damit
Mama
Miranda
und
klein
David
die
Ruhe
und
die
neue
Zweisamkeit
geniessen konnten.
Jugendjahre und kleine Abenteuer
David
wuchs
in
einem
für
ihn
idealen
Umfeld
auf.
Neben
Mama
Miranda
kümmerten
sich
mit
Najya-Sima,
Sora
und
Nami
auch
gleich
drei
«Tanten»
rührend
um
ihn,
wenn
Miranda
etwas
Abstand
brauchte.
Seine
Unbeschwertheit
und
sein
kindliches
Temperament
brachten
Leben
in
die
Herde.
Es
tat
in
der
Seele
gut,
ihn
so
behütet
und
beschützt
aufwachsen
zu
sehen.
Anfangs
schlüpfte
er
noch
mutig
unter
dem
Zaun
durch,
um
sich
über
das
saftige
Gras
jenseits
der
Abgrenzung
herzumachen
–
das
neidvolle
Muhen
der
erwachsenen
Tiere
kümmerte
ihn
wenig.
Er
war
ein
richtiger
Lausbub,
und
wir
freuten
uns
darüber, wie er sich in seiner jugendlichen Unschuld geschickt kleine Vorteile verschaffte.
Ein stattlicher Charmeur mit prägender Erscheinung
David
entwickelte
sich
zu
einem
liebenswerten
und
gutmütigen
Charmeur
mit
einem
stattlichen
Aussehen.
Seine
beeindruckenden,
symmetrisch
gewachsenen
Hörner,
seine
kräftige
Statur
und
seine
markant
grossen
Augen,
die
beidseitig
in einen weissen Fellkreis eingebettet waren, wurden zu seinem unverkennbaren Äusseren.
Die
meisten
der
rund
15
Tiere
lebten
bereits
seit
über
neun
Jahren
zusammen,
als
im
Jahr
2022
Pachtverträge
ausliefen
und
der
Stall
Happy
dadurch
über
nicht
mehr
genügend
Weidefläche
verfügte.
Traurigerweise
verloren
unsere
Kühe
dadurch
ihren
langjährigen
Lebensplatz.
Um
bestehenden
Freundschaften
unter
den
Tieren
nicht
zu
zerreissen,
bot
ich
an,
einen
neuen
Lebensplatz
für
die
gesamte
Herde
zu
finden.
Auch
wenn
sich
schliesslich
nicht
alle
Halter
anschlossen,
konnte
im
April
2022
in Pfyn (TG) ein neuer Ort für die verbliebenen sieben Tiere – darunter David und Miranda – gefunden werden.
Die gemeinsame Odyssee
Es
folgte
eine
unerwartete
Reise
über
verschiedene
Stationen
in
Rothen
(TG),
Saland
(ZH)
und
Bettwil
(AG),
bis
die
Herde
schliesslich
im
Herbst
2025
in
Rheineck
(SG)
ein
nachhaltiges
Zuhause
bei
verständnisvollen
Menschen
fand
und
zur
Ruhe
kommen konnte.
Während
David
beim
allerersten
Verladen
in
Rudenwil
noch
ängstlich
und
zurückhaltend
gewesen
war,
meisterte
er
alle
weiteren
Transporte
vorbildlich.
An
jedem
Ort,
an
dem
er
lebte,
fühlte
er
sich
wohl
und
gewann
durch
seine
sanfte
und
eindrückliche Erscheinung die Herzen der Menschen.
Davids
Leben
war
erfüllt
von
Liebe
und
Zuneigung
–
von
den
Menschen
um
ihn
herum,
von
seiner
Mutter
Miranda,
die
stets
der
Mittelpunkt
seines
Lebens
blieb,
und
von
der
Herdengemeinschaft,
die
seine
Familie
war.
Er
kannte
keine
Ausbeutung,
kein
Leid
und
keine
Hände,
die
ihm
Böses
wollten.
Wann
immer
er
Pflege
brauchte,
wurde
er
medizinisch
versorgt.
Sein
grösstes Abenteuer war die gemeinsame Odyssee von Stall zu Stall, die er an der Seite seiner Herde meisterte.
Abschied von einem treuen Weggefährten
David
war
ein
ausserordentlich
freundlicher
und
aufgeweckter
Ochse,
der
sein
Leben
in
vollen
Zügen
genoss.
Nichts
konnte
ihn aus der Ruhe bringen – bis zu jenem verhängnisvollen Montagmorgen am 16. März 2026.
David
verweilte
mit
den
anderen
Tieren
im
Aussenauslauf,
als
er
von
einem
anderen
Tier
unglücklich
von
hinten
angestossen
wurde.
Er
stolperte
über
die
Holzschwelle
zwischen
Liege-
und
Laufbereich
und
stürzte
so
schwer,
dass
er
aus
eigener
Kraft
nicht mehr aufstehen konnte.
Der
umgehend
herbeigerufene
Tierarzt
untersuchte
den
im
Tiefstreu
liegenden
David,
gab
ihm
Schmerzmittel
und
stellte
einen
Bruch
am
Fussgelenk
fest.
Auch
seine
Halterin
Véro
war
rasch
vor
Ort
und
kümmerte
sich
liebevoll
um
ihren
David.
Bedauerlicherweise
gab
es
für
den
gebrochenen
Fuss
bei
dem
stattlichem
Gewicht
von
gut
einer
Tonne
keine
Heilungschance.
Im Beisein von Mama Miranda und der Herde schlief David noch am selben Morgen für immer ein.
In
einer
bedrückenden
und
zugleich
herzerwärmenden
Stille
nahm
die
Herdengemeinschaft
Tier
für
Tier
Abschied
von
einem
der ihren, der seit Geburt Seite an Seite mit ihnen friedvoll über die Weiden gezogen war.
Das
Leben
von
David
war
ein
Abenteuer
voller
schöner
Momente
und
Geschichten,
die
uns
immer
in
liebevoller
Erinnerung
bleiben werden.
Ein bleibendes Bild der Erinnerung
Folgendes
Video
entstand
am
5.
Februar
2026
–
nur
wenige
Wochen
vor
dem
tragischen
Unfall.
Es
zeigt
David
so,
wie
er
war
und
wie
er
uns
immer
in
Erinnerung
bleiben
wird:
friedvoll,
zufrieden
und
mitten
unter
seinen
Liebsten
auf
den
Weiden
des
Burgstocks.
Inmitten
seiner
Herde
und
an
der
Seite
von
Mama
Miranda
fand
er
hier
sein
schlussendliches
Zuhause
–
ein
Ort
der
Ruhe,
der
Würde
und
des
Miteinanders.
Es
ist
ein
wertvolles
Filmdokument
seines
unbeschwerten
Lebens
und
ein
Abschiedsgeschenk,
das seinen sanften Geist für immer festhält.
Markus Bosshard – StifNu
– Ruhe in Frieden, mein liebenswerter Freund –
Kein Wort geht je verloren,
das in Liebe gesprochen wurde.
Kein Schritt war vergebens,
den wir gemeinsam gegangen sind.
Du hast die Welt mit sanftem Blick gesehen,
beschützt, geliebt und unbeschwert.
Wo deine Spuren im Gras verwehen,
bleibt deine Seele unversehrt.