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NEWS 5 / 5 Die Stiftung übernimmt per 1.12.2025 14 Skudde Schafe aus privater Haltung. November 2025
NEWS 4 / 5 Das neue und benutzerfreundliche Webseiten-Design für die Domain stifnu.ch wurde am 26.11.2025 online geschaltet. November 2025
NEWS 3 / 5 Stiftungsbeiträge werden ab sofort nicht mehr auf Facebook und Instagram publiziert! (unsere Konten wurden mehrfach gehackt) Dezember 2024
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Bridget – Endlich gefunden und bald wieder Zuhause Eine kleine Weihnachtsgeschichte über Hoffnung, Ausdauer und ein grosses Glück. Dezember 2021 Als wir in unserer Gründungsphase als Stiftung 2018 unser erstes Projekt starteten und gemeinsam mit einem Landwirt aus dem Kanton St. Gallen seinen Milchbetrieb in eine liebevolle Kuhpension umstrukturierten, konnten mit Ausnahme von Bridget alle 17 Tiere aus diesem Hof gerettet werden. Darunter waren auch ihre Mama Biene, ihre Schwestern Brenda und Bina sowie das einzige Kälbchen von Brenda, Blacky. Während all die geretteten Tiere von nun an unbeschwert auf dem neuen Pensionshof weiterleben durften, blieb Bridget als einzige zurück. Geboren am 26. November 2016 auf dem Hof, wurde sie im Vorfeld per traditionellem «bäuerlichem Handschlag» bereits verkauft. Schon damals fühlte sich dieser Deal für mich absolut falsch an. Ich war unendlich traurig und wütend. Nur wegen eines Handschlags wurde das Schicksal eines unschuldigen, fühlenden Wesens besiegelt: ein Leben in der Nutztier- industrie, das unweigerlich im Schlachthof enden würde. Die Vorstellung und das Wissen darüber, dass Bridget seinerzeit als liebenswertes Rind auf der Wiese noch spielend zusammen mit der bereits geretteten Herdengemeinschaft künftig eine leidvolle und düstere Zukunft erwartet, belastete mich stark und ging mir nie aus dem Kopf. In all dieser Zeit bis zum Tag ihrer Rettung habe ich nie aufgehört, an Bridget zu denken und mich an sie zu erinnern. Ich habe viele schlaflose Nächte durchlebt – gequält von den Bildern industrieller Ausbeutung und dem seelischen Schmerz, den die bedauernswerten Kühe immer wieder durchleben müssen, wenn man ihnen jeweils ihr Kälbchen kurz nach der Geburt entreisst und ihnen so das Einzige nimmt, was für eine Mutter von Bedeutung ist. Ich habe, wann immer möglich, nach ihr gesucht, um sie zurückzuholen. Doch die Abklärungen und die wenigen Angaben, die ich von Bridget hatte, reichten leider nie aus, ihren Standort zu ermitteln – sollte sie denn überhaupt noch am Leben sein.. Die erlösende Spur Erst viel später erhielt ich Zugang zur zentralen Tierdatenbank. Mit ihren Daten fütterte ich das System – und tatsächlich: Bridget lebte! Gleichzeitig brach es mir das Herz zu sehen, was sie in der Zwischenzeit durchgemacht hatte. In diesen drei Jahren hatte sie bereits drei Kälber zur Welt gebracht, die alle im Alter von nur sechs Monaten geschlachtet wurden. Ich zögerte keine Sekunde. Tagelang versuchte ich, den Landwirt, bei dem sie stand, telefonisch zu erreichen. Als alle Anrufe ins Leere liefen, setzte ich mich ins Auto. Ich musste persönlich zu diesem Hof fahren. Am Samstag, dem 11. Dezember 2021 um 15:06 Uhr, stand ich ihr nach dreieinhalb Jahren endlich wieder gegenüber. Von der lebenslustigen Bridget von einst war kaum etwas übrig; sie wirkte gebrochen. Sie lag zusammen mit acht anderen bedauernswerten Kühen angebunden in einem kleinen, niedrigen Anbindestall. Als ich sie bei ihrem Namen nannte und ihren Kopf streichelte, sah sie mir tief in die Augen. Es zerriss mir fast das Herz. Der Landwirt erzählte mir kurz darauf, dass sie bereits mit ihrem vierten Kalb trächtig war. In diesem Moment musste ich all meine Tränen und meine Freude unterdrücken. Meine Erfahrung im Tierschutz hat mich gelehrt: Zu viele Emotionen treiben bei den Verhandlungen nur den Kaufpreis in die Höhe. Ich traf auf einen freundlichen, wenn auch sichtlich überraschten Landwirt. Als ich ihm Bridgets Geschichte und meine jahrelange Suche erzählte, bat ich ihn, sie mir zu verkaufen. Ich wollte sie nach Hause holen – dorthin, wo sie geboren wurde und wo sie hingehört. Wenige Tage später und nach Rücksprache mit seiner Frau gab mir der Landwirt die Zusage. Der Preis lag weit über meinen Vorstellungen, aber ehrlich gesagt: Es war mir völlig egal. Ich hätte alles bezahlt. Ich durfte sie nicht noch einmal verlieren. Ein neues Kapitel beginnt: Natürlich war dieser ungeplante Freikauf, zusammen mit den lebenslangen Pensionskosten für Bridget und ihr ungeborenes Kalb, eine finanzielle Herausforderung für unsere Stiftung. In diesem Moment aber zählte nur eines: Bridget kommt heim und wird nie wieder ausgebeutet. Bridgets Odyssee: Die Stationen ihres Weges Durch die Datenbank und Gespräche mit dem Landwirt konnte ich ihren Weg der letzten Jahre lückenlos rekonstruieren: 5. März 2018: Im Alter von 18 Monaten wird Bridget auf ihrem Geburtsbetrieb in Dietschwil (SG) von einem Viehhändler abgeholt. Sie ist zu diesem Zeitpunkt bereits im dritten Monat trächtig. März bis Oktober 2018: Sie verbringt fünf Monate in einem Stall in Wald (ZH). Was dort mit ihr geplant war, bleibt im Dunkeln. 30. Oktober 2018: Hochträchtig (im 8. Monat) wird sie nach Merenschwand (AG) auf einen Mutterkuhbetrieb transportiert. Die Integration scheitert: Bridget wird von den anderen Kühen schwer bedrängt und attackiert. Zu ihrem Schutz wird sie nach nur vier Wochen weiterverkauft – in eine Anbindehaltung, wo keine Angriffe in dieser Form mehr möglich sind. 25. November 2018: Bridget kommt hochträchtig und kurz vor der Niederkunft in Büttikon (AG) an. Nur zwei Tage später gebar sie ihr erstes Kalb. Zwei weitere folgen in den nächsten Jahren. Drei Jahre lang lebt sie auf diesem Hof, primär gehalten für die Kälbermast. Der Weg in die Freiheit Nachdem der Kauf besiegelt war, ging alles ganz schnell. Ende Dezember folgten die tierärztlichen Untersuchungen: Blutbilder, Kotproben und eine Klauenkontrolle. Das Ergebnis: Bridget ist organisch vollkommen gesund! Am Mittwoch, dem 19. Januar 2022 um 12:25 Uhr, war es dann endlich so weit. Nach eineinhalb Stunden Fahrt kam der Transporter auf dem Pensionshof in der Oberschönau an. Bridgets zweites Leben begann. Als wir sie in einen abgegrenzten Freilaufbereich im Stall führten, fragte ich mich, ob sie ihren Geburtsort nach all den Jahren wohl wiedererkennen würde. Sie blickte sich neugierig und aufmerksam um. Sie schien zu spüren, dass sie hier sicher ist – vielleicht lag es auch einfach daran, nach drei Jahren Anbindehaltung endlich wieder frei laufen zu dürfen. Es dauerte nicht lange, bis die ersten Artgenossen neugierig an die Abgrenzungen kamen, um sie liebevoll zu begrüssen. In den darauffolgenden Tagen und Wochen konnte Bridget, wenn die meisten Tiere draussen im Schnee waren, in den Laufstall und den Liegebereich, um sich umzuschauen, sich ausgiebig zu bewegen und mit den einen oder anderen Tieren im Stall bereits Freundschaften zu schliessen. Ein Blick in die Zukunft Ich war unendlich glücklich, dass Bridgets Odyssee hier ihr friedliches Ende gefunden hatte. Im März 2022 brachte sie ihr viertes Kälbchen auf die Welt. Und dieses Mal wurde es ihr von niemandem weggenommen. Die beiden dürfen als kleine Familie zusammenbleiben und das Leben in der grossen Herdengemeinschaft in vollen Zügen geniessen. Ein grosser Dank geht an den Landwirt Kurt S., der bereit war, mir Bridget zu verkaufen und sie bis zum Transport gut versorgt hat, sowie an Isabelle, die Bridget mit offenen Armen in ihrer Pension aufgenommen hat. Ein persönliches Wort zum Schluss Bridgets Geschichte ist nur eine von vielen Rettungsaktionen der vergangenen Jahre. Jede einzelne hat mich Tränen und unendlich viel Kraft gekostet. Als Menschen können wir unsere Emotionen reflektieren; wir verstehen meist, was um uns herum geschieht und warum. Die Tiere haben diese Gabe des Verstandes nicht – aber sie haben die Gabe des Fühlens. Sie spüren ganz genau, wenn ihnen Schlimmes droht. Sie empfinden Angst, seelischen und körperlichen Schmerz. Dennoch behandelt unsere Gesellschaft sie oft nur wie eine leblose Ware. Mit dieser Geschichte möchte ich die Augen der Menschen öffnen und sie diesen wunderbaren, sensiblen Wesen wieder näherbringen. Ich möchte ein Bewusstsein dafür schaffen, wo die meisten wegschauen. Ich lade dich von Herzen ein, Bridget und die anderen geretteten Tiere auf unseren Pensionshöfen zu besuchen. Melde dich über unser Kontaktformular und erlebe eine unvergessliche Zeit mit diesen wunderbaren, feinfühligen Geschöpfen. Unsere Gesellschaft sieht in ihnen leider viel zu oft nur ein abgepacktes Stück Fleisch in der Kühltruhe. Doch sie sind so viel mehr: Sie sind Persönlichkeiten, die fühlen, genau wie wir. Sie haben es verdient, endlich gesehen und als die einzig- artigen Lebewesen wahrgenommen zu werden, die sie sind. Markus Bosshard / StifNu - 26.01.2022
Das 1. Kälbchen von Bridget / männlGeboren am 27.11.2018Geschlachtet am 21.5.2019 Bild wurde uns freundlicherweise vom Landwirt zur Verfügung gestellt. Das 2. Kälbchen von Bridget / weibl.Geboren am 23.12.2019Geschlachtet am 26.5.2020 Es steht kein Bild zur Verfügung. Das 3. Kälbchen von Bridget.Geboren am 15.12.2020Geschlachtet am 18.5.2021 Bild wurde uns freundlicherweise vom Landwirt zur Verfügung gestellt.
Stiftung für Nutztiere

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