Daisy – ein Leben im Schatten der Nutztierindustrie16. Mai 2005 – 23. November 2019Vierzehn Jahre lang war die Lebensgeschichte von Daisy eine Chronik schmerzvollster, ökonomischer Ausbeutung. AlssogenannteHochleistungs-MilchkuhwurdeihrKörperimLaufevonzwölfJahrensystematischanseineabsoluten Belastungsgrenzengetrieben.Weitüber100'000LiterMilchwurdenausihrherausgemolken–eineastronomischeMenge,die vonNaturausderErnährungihrereigenenKinderzugedachtwar,jedochfürdieKonsumbedürfnisseeineroftempathielosen Gesellschaft zweckentfremdet wurde.ElfmalwurdeDaisyindieserZeitMutter.ElfmalerlebtesiedasunbarmherzigeProzederederNutztierhaltung:Kurznachder GeburtwurdenihrdieKälberentrissen.Aufihretiefen,biologischenMutterinstinktewurdekeinerleiRücksichtgenommen; JahrfürJahrwurdedasMaximumanLeistungausihrherausgepresst,währendihrphysischerundseelischerZustand zusehends verfiel. FürihrehilflosenKinderbedeutetedieTrennung–jenachGeschlecht–dendirektenWegindieRinderaufzuchtoderdie grausameRealitätderTiermast.Ihrgeschundener,ausgemergelterKörperzeugtestummvondenschwerenVerletzungenund Entbehrungen dieser dunklen Jahre.Die Rettung und das späte WunderAlsDaisybereitsimviertenMonatmitihremzwölftenKalbträchtigwar,wendetesichihrSchicksaldurcheineunerwartete Geste:DerdamaligeLandwirtüberliessdievölligerschöpfteKuhkostenlosderStiftungfürNutztiere.Eineersteumfassende UntersuchungimTierspitalZürichlegtedasganzeAusmassderkörperlichenZerstörungoffen:Daisylittuntereiner schweren,hochgradigschmerzhaftenKniegelenkarthroseinklusiveeinerserofibrinöserEntzündungaufderlinkenSeite.Um ihrüberhaupteinschmerzfreiesGehenzuermöglichen,wareinerisikoreicheOperationunterVollnarkosedieeinzige Alternative.DasTeamsetzteallesMenschenmöglicheinBewegung,umDaisygesundheitlichzustabilisierenundihrdie Chance zu geben, wenigstens ein einziges Mal wirklich Mutter sein zu dürfen.Am26.Juni2019schlugdasHerzderGeschichteum:DaisybrachteeingesundeskleinesMädchenzurWelt,dasdenNamen Prideerhielt.NachvierzehnJahrenseelischerundkörperlicherGrausamkeitendurfteDaisyihrKindbehalten.Eswareintief berührender,herzerwärmenderMomentfüralleBeteiligten,diesestolzeKuhdabeizubeobachten,wiesieinstinktivund vollerStolzdiemütterlicheFürsorgeübernahm.SiesäugteihrKälbchen,liebkosteesundriefbesorgtnachihm,sobaldessich auchnureinpaarSchrittezuweitvonihrentfernte.FüreinpaarkostbareMonatebildetenDaisyundPrideeinekleine, unzertrennliche und zutiefst glückliche Familie.«ZumerstenMalinihremtraurigenLebendurfteDaisydieLiebe,diesieinsichtrug,bedingungslosanihreigenesKind weitergeben. Ein spätes, kurzes Glück nach einem Leben voller Raubbau.»Der verhängnisvolle MorgenDiesesmühsamerkämpfteundbehüteteGlückfandimdarauffolgendenWintereinjähes,tragischesEnde.AmSamstag-morgendes23.November2019,umsiebenUhrfrüh,erschütterteeindringenderAnrufdesPensionshofesdieStille.Daisywar imLaufbereichdesWinterquartiersgestürztundlagschwerverletztamBoden.IhrohnehinstarkdurchdieArthrose geschädigtes rechtes Hinterbein war unnatürlich nach hinten gestreckt.DersofortherbeigerufeneTierarztstelltebeiderUntersuchungfest,dassdiegesamterechtehintereSeitegänzlichgefühllos undtaubwar.JederVersuchdertapferenDaisy,auseigenerKraftaufzustehen,schlugfehl.DerschwereSturzhattesowohldie GelenkealsauchMuskeln,SehnenundNervensträngeirreversibelbeschädigt.WährendmanihrdasLiegenmitEinstreuund Schmerzmittelnsoerträglichwiemöglichmachte,wichdaserstfünfMonatejungeKälbchenPridenichteineSekundevonder Seite seiner sterbenden Mutter.Ein Abschied im Zeichen der WürdeDadiemedizinischePrognosegänzlichhoffnungsloswar,mussteumca.7.30UhrschwerenHerzensdieschwerstealler Entscheidungengetroffenwerden.UmDaisyvorweiterenunerträglichenSchmerzenzubewahren,wurdesievomTierarzt von ihren schweren Verletzungen erlöst.Daisysstolze,gutmütigeundzutiefsteigenständigeErscheinunghinterlässteineschmerzhafteLücke.Siewarundbleibtein MahnmalundzugleicheinSpiegelbildunserermoralischenundethischenÜberzeugung,dassjedesLebewesenein unantastbares Recht auf Leben, Freiheit und Unversehrtheit besitzt. Pride wird ihr Geist und ihr Vermächtnis weiterleben. Sie erinnert uns täglich daran, warum wir mit aller Konsequenz für eine Welt ohne Tierleid kämpfen müssen.In dankbarer ErinnerungDieStiftungfürNutztieredanktdemVereinAnimalPridevonganzemHerzenfürdiegrossherzige,wertvolleundtreue Unterstützung, die sie Daisy zu Lebzeiten hat zukommen lassen.
- Ruhe in Frieden, allerliebste Daisy -Dein Kampf ist vorbei, dein Licht bleibt.
Nachruf
NEWS 1 / 5Ein neues und benutzerfreundliches Webseiten-Design für die Domain stifnu-tiere.chwurde heute, 29.12.2024 online geschaltet.Dezember 2024
NEWS 5 / 5Die Stiftung übernimmt per 1.12.2025 14 Skudde Schafe aus privater Haltung.November 2025
NEWS 4 / 5Das neue und benutzerfreundliche Webseiten-Design für die Domain stifnu.chwurde am 26.11.2025 online geschaltet.November 2025
NEWS 3 / 5Stiftungsbeiträge werden ab sofort nicht mehr auf Facebook und Instagram publiziert!(unsere Konten wurden mehrfach gehackt)Dezember 2024
NEWS 2 / 5alle Seiten der Domain stifnu.chwerden vorraus-sichtlich gegen Ende des 4. Quartal 2025 auf das neue Webseiten-Design umgestellt.Dezember 2024
Daisy – ein Leben im Schatten der Nutztierindustrie16. Mai 2005 – 23. November 2019Vierzehn Jahre lang war die Lebensgeschichte von Daisy eine Chronik von schmerzvollster, ökonomischer Ausbeutung. Als sogenannte Hochleistungs-Milchkuh wurde ihr Körper im Laufe von zwölf Jahren systematisch an seine absoluten Belastungsgrenzen getrieben. Weit über 100'000 Liter Milch wurden aus ihr herausgemolken – eine astronomische Menge, die von Natur aus der Ernährung ihrer eigenen Kinder zugedacht war, jedoch für die Konsumbedürfnisse einer oft empathielosen Gesellschaft zweckentfremdet wurde.Elfmal wurde Daisy in dieser Zeit Mutter. Elfmal erlebte sie das unbarmherzige Prozedere der Nutztierhaltung: Kurz nach der Geburt wurden ihr die Kälber entrissen. Auf ihre tiefen, biologischen Mutterinstinkte wurde keinerlei Rücksicht genommen; Jahr für Jahr wurde das Maximum an Leistung aus ihr herausgepresst, während ihr physischer und seelischer Zustand zusehends verfiel. Für ihre hilflosen Kinder bedeutete die Trennung – je nach Geschlecht – den direkten Weg in die Rinderaufzucht oder die grausame Realität der Tiermast. Ihr geschundener, ausgemergelter Körper zeugte stumm von den schweren Verletzungen und Entbehrungen dieser dunklen Jahre.Die Rettung und das späte WunderAls Daisy bereits im vierten Monat mit ihrem zwölften Kalb trächtig war, wendete sich ihr Schicksal durch eine unerwartete Geste: Der damalige Landwirt überliess die völlig erschöpfte Kuh kostenlos der Stiftung für Nutztiere. Eine erste umfassende Untersuchung im Tierspital Zürich legte das ganze Ausmass der körperlichen Zerstörung offen: Daisy litt unter einer schweren, hochgradig schmerzhaften Kniegelenkarthrose inklusive einer serofibrinöser Entzündung auf der linken Seite. Um ihr überhaupt ein schmerzfreies Gehen zu ermöglichen, war eine risikoreiche Operation unter Vollnarkose die einzige Alternative. Das Team setzte alles Menschenmögliche in Bewegung, um Daisy gesundheitlich zu stabilisieren und ihr die Chance zu geben, wenigstens ein einziges Mal wirklich Mutter sein zu dürfen.Am 26. Juni 2019 schlug das Herz der Geschichte um: Daisy brachte ein gesundes kleines Mädchen zur Welt, das den Namen Pride erhielt. Nach vierzehn Jahren seelischer und körperlicher Grausamkeiten durfte Daisy ihr Kind behalten. Es war ein tief berührender, herzerwärmender Moment für alle Beteiligten, diese stolze Kuh dabei zu beobachten, wie sie instinktiv und voller Stolz die mütterliche Fürsorge übernahm. Sie säugte ihr Kälbchen, liebkoste es und rief besorgt nach ihm, sobald es sich auch nur ein paar Schritte zu weit von ihr entfernte. Für ein paar kostbare Monate bildeten Daisy und Pride eine kleine, unzertrennliche und zutiefst glückliche Familie.«Zum ersten Mal in ihrem traurigen Leben durfte Daisy die Liebe, die sie in sich trug, bedingungslos an ihr eigenes Kind weitergeben. Ein spätes, kurzes Glück nach einem Leben voller Raubbau.»Der verhängnisvolle MorgenDieses mühsam erkämpfte und behütete Glück fand im darauffolgenden Winter ein jähes, tragisches Ende. Am Samstagmorgen des 23. November 2019, um sieben Uhr früh, erschütterte ein dringender Anruf des Pensionshofes die Stille. Daisy war im Laufbereich des Winterquartiers gestürzt und lag schwer verletzt am Boden. Ihr ohnehin stark durch die Arthrose geschädigtes rechtes Hinterbein war unnatürlich nach hinten gestreckt.Der sofort herbeigerufene Tierarzt stellte bei der Untersuchung fest, dass die gesamte rechte hintere Seite gänzlich gefühllos und taub war. Jeder Versuch der tapferen Daisy, aus eigener Kraft aufzustehen, schlug fehl. Der schwere Sturz hatte sowohl die Gelenke als auch Muskeln, Sehnen und Nervenstränge irreversibel beschädigt. Während man ihr das Liegen mit Einstreu und Schmerzmitteln so erträglich wie möglich machte, wich das erst fünf Monate junge Kälbchen Pride nicht eine Sekunde von der Seite seiner sterbenden Mutter.Ein Abschied im Zeichen der WürdeDa die medizinische Prognose gänzlich hoffnungslos war, musste um ca. 7.30 Uhr schweren Herzens die schwerste aller Entscheidungen getroffen werden. Um Daisy vor weiteren unerträglichen Schmerzen zu bewahren, wurde sie vom Tierarzt von ihren schweren Verletzungen erlöst.Daisys stolze, gutmütige und zutiefst eigenständige Erscheinung hinterlässt eine schmerzhafte Lücke. Sie war und bleibt ein Mahnmal und zugleich ein Spiegelbild unserer moralischen und ethischen Überzeugung, dass jedes Lebewesen ein unantastbares Recht auf Leben, Freiheit und Unversehrtheit besitzt. Pride wird ihr Geist und ihr Vermächtnis weiterleben. Sie erinnert uns täglich daran, warum wir mit aller Konsequenz für eine Welt ohne Tierleid kämpfen müssen.In dankbarer ErinnerungDie Stiftung für Nutztiere dankt dem Verein Animal Pride von ganzem Herzen für die grossherzige, wertvolle und treue Unterstützung, die sie Daisy zu Lebzeiten hat zukommen lassen.
- Ruhe in Frieden, allerliebste Daisy -Dein Kampf ist vorbei, dein Licht bleibt.